Mit Schnapsideen auf Erfolgskurs
Ein kleiner Rückblick, wie alles 1997 begann

1998 erster Bericht in der Tagespresse
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Heinrich Reiprich aus Schirnding kann von einem Acht-Stunden-Tag nur träumen

SCHIRNDING. - Ein Duft wie auf dem Weihnachtsmarkt, nach Kräutern und Rum, steigt einem beim Betreten von "Henry´s Likörladen" sofort in die Nase. Zur Zeit läuft die Jagertee-Produktion auf Hochtouren. Von einem Edelstahlbottich wird das größtenteils aus Jamaica-Rum und Kräuterauszügen bestehende Getränk für kalte Wintertage durch einen Filter in ein Edelstahlfaß gepumpt. Daneben steht ein großer Arbeitstisch mit allerlei Destillierutensilien, und im Regal befinden sich zahlreiche Kanister und Fläschchen mit den verschiedensten Zusatz- und Geschmacksstoffen. Das Ganze erinnert an das Experimentierlabor eines Wissenschaftlers und zieht einen sofort in seinen Bann. Doch (Henry) Heinrich Reiprich hat neben dem hochprozentigen Tee auch noch zahlreiche Liköre, wie beispielsweise "Cranberry mit Rum", "Kirsch mit Weinbrand", "Saure Citrone" oder Ebereschenlikör in seinem Sortiment. Einige davon fallen auch gleich durch ihre ungewöhnliche Farbe ins Auge, so die giftgrüne "Saure Limone" oder die kräftig rote "Saure Blutorange". Aber nicht die farben sind es, die dafür sorgen, daß Heinrich Reiprich in seinem seit Juli 1997 bestehenden Ein-Mann-Betrieb in Schirnding von einem Acht-Stunden-Tag nur träumen kann. Vielmehr hat die Idee, zu seinen Likören den Druck von persönlichen, individuellen Etiketten anzubieten, eingeschlagen, wie eine Bombe. Vor allem Vereine, Geschäftsleute und Lokale sind seither die Hauptkunden von Reiprich.

Was zunächst als Hobby begonnen hatte, hat sich neben der Likörherstellung zum zweiten Hauptaufgabengebiet des gelernten Destillateurmeisters entwickelt. Ob als besonderer Werbegag für Lokale und Firmen oder als Geschenk mit persönlicher Note, Heinrich Reiprich läßt sich für jeden Anlaß etwas einfallen. Entweder liefern seine Kunden gleich selbst die Idee für ein ausgefallenes Etikett, das er dann mit Hilfe seines Grafikprogramms am PC umsetzt oder er tüftelt selbst so lange, bis er ein passendes Design für seinen Auftraggeber gefunden hat. Dabei ist er mit so viel Engagement bei der Sache, daß er darüber schon mal die Zeit vergißt. "Da kann es dann schon vorkommen, daß mich meine Frau früh noch am PC vorfindet", schmunzelt Reiprich und freut sich, daß er über Aufträge zur Zeit wirklich nicht klagen kann. Daß er dafür aber weit mehr als acht Stunden am Tag arbeiten muß, macht ihm nichts aus.

 "Sich selbständig zu machen, ist wie ein Sprung ins kalte Wasser, vor allem, wenn man sich wie ich, 80 Prozent seines Kundenstammes selbst aufbauen muß", erinnert Reiprich an die Anlaufschwierigkeiten. ein paar seiner Kunden habe er bereits durch seine frühere Arbeit bei der Firma Sechsämtertropfen in Wunsiedel gekannt. Durch seine in Frankfurt lebende Schwester, die dort einen Weinhandel betreibe, habe er sich in dieser Gegend vor allem bei Lokalen, Vereinen und Geschäftsleuten mit seinen individuell gestalteten Likörflaschen einen Namen machen können, erzählt er.

Doch nicht nur ein ansprechender Aufdruck, sondern vor allem der Inhalt der Flaschen ist nach Reiprichs Worten ent- scheidend für den Erfolg. "Denn was nützt das schönste Etikett, wenn der Likör nicht schmeckt." Dafür ist es wichtig, daß die Zusammensetzung der Zutaten genau stimmt. Ein Likör bestehe größtenteils aus Alkohol, Zucker, Wasser und Fruchtsaft oder Kräuterauszügen, so Reiprich. "Das Mischungsverhältnis muß genau passen, es gelingt auch oft nicht sofort auf Anhieb." Wichtig für einen gelungenen Geschmack sei, daß man nicht zu viel Zucker, dafür lieber mehr Frucht - oder Kräuterauszüge verwende, obwohl diese Zutaten teurer seien.

 Stolz ist der Destillateur darauf, daß er mit seinen Preisen trotzdem mit den großen Firmen mithalten könne. Außerdem werde streng kontrolliert, daß der Alkoholgehalt genau stimmt, bei Abweichungen gebe es saftige Strafen. Bei der Zusammenstellung der richtigen Likörkomposition komme ihm besonders zugute, daß er einige Semester Chemie studiert und als Physiklaborant gearbeitet habe. 1994 hat der dann seine Ausbildung zum Destillateurmeister bei der Firma Vetter gemacht. Doch die selbständige Arbeit mache ihm weit mehr Spaß, weil er hierbei kreativ sein und alles nach seinen eigenen Ideen gestalten könne. Reiprich: "Um geschäftlich erfolgreich zu sein, ist es wichtig, immer wieder etwas Neues zu entwickeln, was andere nicht in ihrem Sortiment haben."

Bis vor kurzem wurde der bei seiner Arbeit, die von der Likörherstellung, der Etikettengestaltung und der Maschinen- wartung und -bedienung bis hin zum Schriftverkehr alles umfaßt, nur von seiner Ehefrau und seiner Schwiegermutter unterstützt. Weil diese beiden aber selbst berufstätig sind, hat er nun noch eine Teilzeitkraft für einige Stunden am Vormittag eingestellt. Denn Heinrich Reiprich ist zu alledem auch noch sein eigener Spediteur und fährt alle Lieferungen selbst aus, so daß er häufig unterwegs ist und jemanden braucht, der ihn damm in seinem Laden in Schirnding vertritt.

 

Hier werden nämlich nicht nur die Flaschen abgefüllt und etikettiert, sondern es werden auch Geschenkarrangements für verschiedene Anlässe angeboten. Bei einer Likörprobe können sich die Kunden von der Qualität der hoch- prozentigen Köstlichkeiten überzeugen und sich ihren speziellen Geschmacksfavoriten aussuchen. Für Besuchergruppen hat Heinrich Reiprich im ersten Stock seines hauses eine gemütliche, ansprechende Probierstube mit Tresen eingerichtet, wo jeder Besucher nach Herzenslust und in aller Ruhe probieren und auswählen kann. Auch heimische Vereine nutzen diesen Service inzwischen immer häufiger. Da bestellt beispielsweise ein Schützenverein schon mal "Zielwasser", ein Fußballclub verteilt zum Pokalturnier kleine "Volltreffer" oder die Feuerwehr löscht den Durst ihrer Gäste beim Garten- fest mit "Feuerwasser." Und sollte sich jemand noch auf der Suche nach einem hochprozentigen Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk mit ganz persönlicher Note befinden, dann wird der lsicherlich bei "Henry´s Likör-Laden das passende finden oder bekommt von Heinrich Reiprich eine originelle "Schnapsidee" präsentiert.

Daniela Quol (November 1998)


Fernsehsendung im Mai 2011

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Ihr Henrys Liköre Team